Monat: Mai 2017

Ein Lordchen sagt Tschüssikowski

Von wegen „Alles neu macht der Mai“ – nach Lukas Ammann und Geoffrey Bayldon hat am 23. Mai mit Roger Moore nun ein weiterer Schauspieler aus meiner Jugendzeit sein „letztes Engagement“ angetreten …

Neben der Rolle des „Geheimagenten Ihrer Majestät“ in insgesamt sieben James Bond-Filmen erreichte Moore insbesondere in den 1970er Jahren als Lord Brett Sinclair in der Fernsehserie „The Persuaders“ eine hohe Popularität. Während sie in den USA floppte, errang  sie insbesondere in den deutschsprachigen Ländern als „Die 2″ Kultstatus.

Grossen Anteil daran hatte vor allem Rainer Brandt, der die Synchronbücher schrieb – und die oft drögen Texte des Originals durch humorvolle Wortspiele ersetzte, die teilweise zu „geflügelten Worten“ wurden, z. B. „Sleep well in your klapperig Bettgestell!“, bei den Episodentiteln übersetzte er „Someone Like Me“ mit „Das doppelte Lordchen“ und aus „Chain of Events“ wurde „Der Mann mit dem Köfferchen“.

Unter anderem aufgrund des Misserfolgs in den Vereinigten Staaten und Grossbritannien war bereits nach 24 Folgen Schluss. Für „ihre Lurchschaft Brett Sinclair“ hiess es „Tschüssikowski“ – damals vom ZDF, jetzt von der „Bühne des Lebens“ …

Detlef

 

Abenteuer Bahnfahrt …

Entgegen unserer ursprünglichen Planung entschlossen Andrea und ich uns Anfang April, doch die Spezialradmesse „SPEZI“ in Germersheim zu besuchen und uns auf der Rückfahrt die Ausstellung „Odin, Thor und Freyja“ im Archäologischen Museum in Frankfurt/Main anzusehen. Um möglichen Staus auf den Autobahnen zu entgehen, entschieden wir uns, mit der Bahn zu fahren.

Die Hinfahrt nach Speyer am Freitag und weiter nach Germersheim am Samstag und zurück über Mannheim nach Frankfurt klappte auch wunderbar, die Züge waren fast auf die Minute pünktlich. Doch man soll die Bahnfahrt nicht vor der Ankunft am Zielbahnhof loben …

Für die Rückfahrt hatten wir für den ICE 10 Fahrkarten mit Zugbindung und Platzreservierung gebucht. Planmässig sollte der Zug in Frankfurt/M. um 18:29 Uhr losfahren und 51 Minuten später in Siegburg ankommen. Von dort wären wir dann mit der S-Bahn bis Spich weitergefahren.

Als wir kurz vor 18:00 Uhr am Frankfurter Hbf. ankamen, liessen Zuganzeiger und Durchsagen schon Schlimmes ahnen: Einige Züge waren mit mehreren Stunden Verspätung angekündigt, andere fielen komplett aus oder fuhren verspätet ab. Grund dafür waren – wieder einmal – „Personen im Gleis“. Auch unser Zug war betroffen. Er hatte bereits bei der Abfahrt Verspätung und konnte nicht die normale Strecke befahren  und somit auch nicht in Siegburg halten.

Ersatzhalt war Bonn-Beuel, wo der ICE um 21:08 Uhr (!) ankam. Von dort sollte die RB 12582 um 21:18 Uhr nach Troisdorf fahren. Aber auch diese Regionalbahn hatte über zwanzig Minuten Verspätung, so dass wir – anstatt wie ursprünglich geplant um 19:36 Uhr  – erst zweieinhalb Stunden später, um 22:06 Uhr in Spich ankamen 🙁

Der Antrag auf Fahrgelderstattung (den die Zugbegleiterin im ICE direkt jedem Fahrgast in die Hand gedrückt hatte) war schnell ausgefüllt und abgeschickt. Knapp 14 Tage später kam die Antwort vom „Servicecenter Fahrgastrechte“: 50% des Fahrpreises von 43,50 Euro gab es zurück, dazu die Reservierungsgebühren – insgesamt 26,25 Euro. Immerhin …

Natürlich kann die Bahn nichts dafür, wenn sich ein Lebensmüder vor den Zug wirft. Dass aber in Folge die Strecken über Stunden gesperrt sind und zigtausend Fahrgäste daher ihr Ziel erst mit zwei, drei und mehr Stunden Verspätung erreichen, dafür fehlt mir schon ein bisschen das Verständnis.

Detlef

 

 

 

Salmay, Dalmay, Adomay!

„Und schon wieder einer …“ war mein erster Gedanke, als ich vom Tod Geoffrey Bayldons am 10. Mai erfuhr. Ebenso wie der kürzlich verstorbene Lukas Ammann gehörte Bayldon als tolpatschiger Zauberer Catweazle zu den Fernsehhelden meiner Jugendzeit.

Die Rolle des Magiers, dem kein Zauberspruch gelingt und der deshalb auf der Flucht vor den Normannen zweimal in der Gegenwart   (d. h. die frühen 1970er) landet, schien Bayldon auf den Leib geschrieben zu sein. Die Art, wie er schreiend vor den „stinkenden Kutschen ohne Pferde“ ( = Autos) davon lief oder den „Zauber“ des „Elektrik-Trick“ bestaunte, mit dem man „die Sonne in einer Flasche“ ( =Glühbirne) einfangen konnte, war unnachahmlich. Als er den „sprechenden Knochen“ (= Telefonhörer) entdeckt, schneidet er kurzerhand die Schnur durch, die ihn mit dem Apparat verbindet –  und wundert sich später, dass selbst sein stärkster Zauberspruch „Salmay, Dalmay, Adomay!“ Dem „Knochen“ keine Stimme mehr  entlockt …

Leider wurden damals nur zwei – mittlerweile auf DVD erhältliche – Staffeln zu je 13 Folgen gedreht. Die Frage, ob es Catweazle letztendlich gelang, in seine Zeit zurückzukehren, wird wohl für immer unbeantwortet bleiben. Wenn ihr also irgendwo eine Kröte seht, passt gut auf und seid auf der Hut -es könnte Catweazles „Vertraute“ Kühlwalda sein!

Detlef

 

Graf Yoster gab sich die Ehre …

Ein sicheres Indiz dafür, dass man älter wird, ist dass Stars aus der eigenen Jugend von der „Bühne des Lebens“ abtreten. Gestern war es wieder einmal soweit: Am 3. Mai starb der Schweizer Schauspieler Lukas Ammann im Alter von 104 (!) Jahren. In den späten 1960er/frühen 1970er Jahren spielte er die Hauptrolle in der Serie „Graf Yoster gibt sich die Ehre“. Gemeinsam mit seinem – oftmals vorlauten – Chauffeur und Diener (gespielt von Wolfgang Völz) löste der aristokratische Hobbydetektiv in insgesamt 62 Folgen Kriminalfälle, die häufig in der „besseren“ Gesellschaft angesiedelt waren.

Vom Anfang der Serie 1994 bis ins Jahr 2000 war er das Familienoberhaupt Wilhelm Faller in der SWR-Serie „Die Fallers“. In Folge 249 starb der damals 88jährige Schauspieler den Serientod: Während er auf seinem Hochsitz den Vögeln am Himmel hinterher schaut, hört sein Herz auf zu schlagen. Anlässlich seines hundertsten Geburtstag 2012 gab es in Baden Baden ein Wiedersehen mit den „Fallers“-Schauspielern.

Nun ist Lukas Ammann den Vögeln gefolgt. Adieu, Herr Graf …

Detlef