Monat: April 2018

Willkommen im „Club“, Markus …

Eigentlich wollte ich nicht schon wieder etwas darüber schreiben – aber dann erfuhr ich letztes Wochenende, dass Markus Maria Profitlich ebenfalls an Parkinson erkrankt ist (hier geht es zum ausführlichen Interview im Kölner Stadt-Anzeiger).

Spontan fiel mir dazu „Willkommen im Club!“ ein. Und das ist jetzt keineswegs sarkastisch oder böse gemeint! Ich finde es sehr gut, dass „MMP“ offen mit der Krankheit umgehen, mögliches Zittern nicht verstecken will. Durch seine Bekanntheit wird Parkinson womöglich auch bei Mitmenschen zum Gesprächsthema werden, die ansonsten daran Erkrankte vorschnell als „behindert“ abstempeln oder gar meinen, Parkinson wäre die Folge von Alkohol- oder (sonstigem) Drogenmissbrauch …

Und natürlich wünsche ich Markus, dass er noch lange in der Lage ist, auf der Bühne zu stehen und zum und sein Publikum zum Lachen zu bringen. Und auch ihm selber möge das Lachen nie vergehen, getreu dem Spruch „Zittere nicht vor Parkinson!“

Detlef

 

Matschige Schuhe und mehr …

Letzten Samstag (21.04.) war wieder „grün“ angesagt, denn zum neunten mal fand die – bereits seit Wochen ausverkaufte – „Poller Irish Night“ statt. Gut, dass wir unsere Tickets schon vor Monaten bestellt hatten 🙂

Poller Irish Night 2018 - TicketWir gönnten uns ein Eis auf der Siegburger Strasse (lasen dabei die Express-Schlagzeile, dass Markus Maria Profitlich Parkinson hat) und schlenderten dann langsam zur Gemeinschaftsgrundschule, wo die Irish Night stattfand.

Kurz nach 19:30 eröffneten die „Muddy Shoes“ den Abend mit teils fetzigen, teils langsamen, melancholischen Liedern.

Nach einer längeren Umbaupause heizten dann „Five Alive’O“ dem Publikum ordentlich ein. Auch hier gab es sowohl leise Töne als auch altbekannte irische Trinklieder wie „Whiskey In The Jar“ oder „Seven Drunken Nights“.

Der Whiskey-Stand vom „Notenschlüssel“ und der „Irlandfreunde Leverkusen“ bot diverse Whisk(e)ys aus Irland und Schottland an. Wir blieben bei den irischen (die mit „e“): Andrea nahm zweimal den „Redbreast Lustau Edition“ einen Single Pot Still mit 40% vol.,  während ich mich für den „JJ Corry – The Gael“ (Blend) und „Teeling Single Malt“ mit jeweils 46% vol. entschied.

Gegen halb zwölf gab es dann nach dem obligatorischen Dank an alle Beteiligten den letzten Song. Wer wollte, konnte anschliessend im „Alt Poller Wirtshaus“ bei einer Session mit den Musikern weiter feiern. Uns zog es allerdings nach Hause und ins Bett, wobei wir uns schon auf auf die nächste „Irish Night“ am 6. April 2019 freuen. Zur Jubiläums-Nacht tritt dann die irische Gruppe „Danú“ auf.

Detlef

Martina und die „Blech-Polizisten“

Auf Einladung des „Krimi- und Kulturvereins der Bonner Polizei“ war unsere Lieblings-Eifel-Krimi-Autorin Martina Kempff am 11. April zu einer Lesung im Bonner Polizeipräsidium.

Sozusagen vor „Fachpublikum“ las sie aus ihrem neuesten Kehr-Krimi um die Köchin und Hobbydetektivin Katja Klein „Umkehrschuss“. Der beginnt damit, dass eine Leiche auf dem Friedhof des kleinen Eifelörtchens Kehr liegt. Nun wäre das an sich ja nichts Besonderes, aber der Tote liegt halt nicht in einem Sarg, wie es sich gehört. Dass bei der Obduktion in dessen Magen Reste eines Menüs gefunden werden, das Tage zuvor auf der Karte von Katjas Restaurant stand, macht die Lösung des Falls nicht gerade einfacher.

Umrahmt wurde die Veranstaltung von Musik der Brass-Band des Polizeiorchesters NRW, die überraschend moderne und fetzige Musik spielten. In der Pause gab es Fingerfood – und für Martina zwei Whisky-Samples, die ich ihr versprochen hatte: „Floki“ aus Island und einen im Rahmen der Tasting-Reihe bei „Hordeum“ selbst hergestellten Blend – bevor sich Katja und ihr Freund, der belgische Polizist Marcel Langer weiter auf die Suche nach dem Mörder machten …

Unterm Strich ein gelungener Abend, der wohl allen Beteiligten – egal ob aktiv oder passiv – gefallen hat.

Detlef

Herr Parkinson und ich

Gestern – am 11. April – war „Welt-Parkinson-Tag“. Eine gute Gelegenheit, die vergangenen fast zwei Jahre Revue passieren zu lassen: Was hat sich, wie habe ich mich verändert, seit im Juni 2016 bei mir Parkinson diagnostiziert wurde?

Die für mich erste gravierende Änderung war die Tatsache, dass ich beim Roten Kreuz nicht mehr zur Blutspende zugelassen bin (s. „Muhammad Ali und ich“). Grund sind die Medikamente, die ich nehmen muss und die liessen sich wohl nur mit sehr viel Aufwand aus dem Blut „waschen“. Schade, aber nicht zu ändern …

Während ich bei der Frage der Blutspende also sozusagen fremdbestimmt wurde, war es meine freie Entscheidung, mich erst einmal nicht mehr ans Steuer unserer „Datsche“ zu setzen. Grund waren auch hier die Medikamente. Ich habe immer schon sehr wenig geschlafen (und auch recht wenig Schlaf gebraucht), doch die Medikamente, die ich nehmen muss, „putschen“ mich durchaus auf, so dass ich mich manchmal Nachts stundenlang im Bett herum wälze, ohne einzuschlafen. Irgendwann im Laufe des Tages bricht sich dann allerdings doch die Müdigkeit Bahn – in Form des berühmt-berüchtigten „Sekundenschlafs“. Nun kann ich gut damit leben, Zuhause auf dem Sofa oder eben auf der Arbeit vor dem PC kurz „weg zu sacken“ – und praktisch direkt wieder hoch zu schrecken. Im Strassenverkehr möchte ich DAS lieber nicht erleben – gemäss dem etwas makaberen Witz:

„Wenn ich einmal sterben muss, dann bitte friedlich schlummernd wie mein Opa – und nicht schreiend und heulend wie seine Mitfahrer …“

Etwas unangenehm sind unbewusste, spontane Zuckungen, wenn ich z. B. ganz entspannt im Bett liege und mit meiner Frau kuschele … Apropos „Bett“. Eine weitere Nebenwirkung von Parkinson ist eine stark gesteigerte Libido. Das findet Mann im ersten Moment vielleicht sogar schön, auf Dauer kann das für die Partnerschaft jedoch durchaus belastend sein.

Im Grossen und Ganzen fühle ich mich mit den Medikamenten aktuell gut „eingestellt“.  Meine Bewegungsfreiheit ist – subjektiv – so gut wie nicht eingeschränkt. Zwar bin ich morgens manchmal etwas „zerknautscht“ (s. o. Schlaflosigkeit) und habe das Gefühl, bei jeder Bewegung gegen einen Widerstand ankämpfen zu müssen – so, als wenn man sich aufrecht gehend durch ein Schwimmbecken bewegen würde und dass Wasser weg drücken muss. Dieses Gefühl hatte ich allerdings auch schon lange, bevor Parkinson bei mir festgestellt wurde. Gibt es so etwas wie „latenten Parkinson“?

Laut Aussage meines Neurologen bin ich mit den derzeitigen Medikamenten am untersten Ende der Skala dessen, was möglich ist. Die Chancen stehen also gut, die Krankheit noch lange unter Kontrolle zu halten 🙂

Detlef