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Happy Birthday, Sinchen!

Am 07. Mai 2009 konnten wir unseren Dacia Logan MCV beim Importeur abholen und die Zulassungsformalitäten erledigen. Da das Auto ursprünglich an einen Händler in den Niederlanden ausgeliefert wurde, bekam es von uns – in Anlehnung an die Farbe des niederländischen Königshauses („Oranje“) – den Spitznamen „Sinchen“.

In den zehn Jahren  spulte die „Datsche“ knapp 180.000 Kilometer ab, ohne uns ein einziges Mal im Stich zu lassen. Auch das „Aufschnallen“ eines Liegedreirads (s. u.) nahm Sinchen nicht übel 😉

Grössere Reparaturen fielen  nur dann an, wenn wieder einmal ein anderes Auto dem Heck von Sinchen zu nahe gekommen war …

Auf der leider nicht mehr weitergeführten Website langzeittest.de habe ich über unsere Erfahrungen mit dem Dacia in den ersten sechs Jahren berichtet. Fazit damals und auch heute nach vier weiteren Jahren: Vom Preis- / Leistungsverhältnis das beste Auto, das ich bisher hatte . Auf die nächsten ?? Jahre 🙂

Detlef

 

Freitags fällt die Schule aus

Die Jugend von heute ist egoistisch, sie denkt nur ans eigene Vergnügen. Was aus diesem Land wird, ist den Jugendlichen herzlich egal – das neue Handy ist wichtiger.

Solche oder ähnliche Sprüche hört man immer wieder mal von älteren Leuten oder gar Eltern der oben genannten Jugendlichen. Damit befinden sie (die Älteren) sich in guter Gesellschaft, klagte doch schon der griechische Philosoph Sokrates vor über zweitausend Jahren über die Ausschweifungen und die Respektlosigkeit der Jugend …

Seit Anfang des Jahres versammeln sich auch in Deutschland unter dem Motto „Fridays For Future“ zehntausende junge Menschen, um auf die drohende Klimakatastrophe aufmerksam zu machen und schnell greifende Massnahmen von den Regierenden zu fordern.

Angesichts dieser Entwicklung könnten  die Älteren nun eigentlich zufrieden sein mit diesen Jugendlichen, die Eltern sogar ein wenig stolz für ihre Kinder empfinden. Schön wär’s!  „Diese Rotzgören haben doch keine Ahnung, wie es im Leben zugeht“ müssen sich die jungen Demonstranten dann schon mal belehren lassen oder man empfiehlt ihnen, erst mal was zu leisten, bei der Arbeit würden ihnen die Flausen schon vergehen …

Und um das Ganze noch zu toppen, beklagt man medienwirksam, dass die Jugendlichen, da sie während der Unterrichtszeiten demonstrieren, die Schulpflicht verletzen! Das mag vom Sachverhalt völlig korrekt sein, ist aber an spiessbürgerlichem Verhalten kaum noch zu überbieten!

Tagtäglich bleiben in unserer Republik zigtausende  lernunwillige Jugendliche aus sogenannten sozialen Brennpunkten oder aus integrationsunwilligen Migrantenfamilien dem Unterricht fern. Im günstigsten Fall lungern diese Schulverweigerer  nur „auf der Strasse“ herum, im „worst case“ handeln sie mit Drogen, begehen Ladendiebstahl oder schlimmere Straftaten. Das nimmt der Durchschnitts-Spiessbürger mittlerweile mit einem resignierenden Schulterzucken hin. Wenn jedoch Jugendliche auf den ihnen zustehenden Unterricht verzichten, um die Erwachsenen darauf aufmerksam zu machen, dass sie die Erde von den nachfolgenden Generationen nur geborgt haben, gar an deren Gewissen appelieren, die nächste Reise nach Berlin mit der Bahn statt mit dem Flugzeug zu unternehmen, dann fühlt sich der deutsche Michel auf den Schlips getreten! Und da ihm insgeheim bewusst ist, dass die Jugendlichen  recht haben und er somit keine vernünftigen Gegenargumente hat, wird er halt unsachlich, um mit dem Vorwurf des Schuleschwänzens die Demonstranten in ihrer Glaubwürdigkeit zu disqualifizieren …

Natürlich könnten die Jugendlichen auch nach Schulschluss demonstrieren. Aber streiken Arbeitnehmer nach Feierabend, um ihre Forderungen durchzusetzen? Wohl kaum. Statt moralinsauer rumzumäkeln oder Paragraphen zu „reiten“, wie es z. B. das  Schul-Ministerium von NRW in einem Brief an alle Schulen tut, sollte das Ministerium die Teilnahme an den Demos als praktischen Unterricht im Fach Politik mit Themen wie „Meinungsfreiheit“, „Demonstrationsrecht“ oder „gelebte Demokratie“ deklarieren.

Ansonsten sollten wir „Erwachsenen“ uns schämen, dass uns Teens, die teilweise gerade dem Kindesalter entwachsen sind, klarmachen müssen: Es ist aller-aller-allerhöchste Zeit, dass wir anfangen, etwas zu tun, wenn dieser Planet auch für kommende Generationen noch bewohnbar und lebenswert sein soll. Wir haben nur diese eine Erde. Es gibt keinen „Planet B“!

Detlef

 

Happy Birthday, Blog !

Wahnsinn, wie die Zeit vergeht – sind tatsächlich schon fünf Jahre seit meinem ersten „Posting“ in diesem Webblog vergangen?

Etwas mehr als siebzig Beiträge sind seitdem entstanden  – über unsere Lieblings-Irish Folk-Band, über Bücher, die wir spannend bzw unterhaltsam fanden, über Restaurants, in denen leckeres Essen in angenehmen Ambiente serviert wurde, aber auch sehr persönliches, wie z. B. über meine Parkinson-Diagnose.

Manchmal wünsche ich mir mehr Zeit, um alle Ideen zu Postings umsetzen zu können Ein Ende ist also nicht abzusehen 🙂  In diesem Sinne

Happy Birthday, Blog!
Auf die nächsten fünf Jahre.

Detlef

Dat Wasser vun Troisdorf war fott!

Das war keine schöne Geburtstags-Überraschung für Andrea: Nachdem sie gegen 04:00 Uhr morgens „für kleine Mädchen“ war, stellte sie fest, dass sich der Spülkasten nicht wieder mit Wasser füllte. Ein kurzes Aufdrehen des Wasserhahns bestätigte die Vermutung: Wir hatten kein Wasser, sassen sozusagen auf dem Trockenen. Kaffee bzw. Tee zum Wachwerden? War nicht, mangels Wasser! Duschen? Vergiss es! Dabei stand bei uns Beiden die Frisur auf „halb acht“ 🙁

Ein Anruf bei der Störungsstelle der Stadtwerke brachte dann Gewissheit: In der Nähe hatte es einen Rohrbruch gegeben – wann es wieder Wasser geben würde, konnte der freundliche Herr allerdings auch nicht sagen,

Wir überlegten schon, ob wir ungewaschen nach Porz fahren sollten, um in Andreas Wohnung zu duschen, da erklang aus dem Badezimmer ein herrliches Geräusch: Wasser strömte in den Spülkasten  – wir konnten also Duschen, Kaffee aufsetzen, Teewasser heiss machen, Zähne putzen, … 🙂

Mir hat dieses Geschehen gezeigt, wie privilegiert wir sind, dass wir über so lebenswichtige Ressourcen wie Wasser einfach so verfügen können- aber auch, wie abhängig wir von teilweise sehr komplexen Infrastrukturen wie der Wasserversorgung sind – und wie schnell Störungen an diesen Systemen unser Leben „auf den Kopf“ stellen können …

Ein grosses Dankeschön geht daher an dieser Stelle an die Männer vom Notdienst der Stadtwerke, die sich die Nacht „um die Ohren geschlagen“ haben, damit wir wieder Wasser haben 🙂

Detlef

Für Nicht-Rheinländer: „Dat Wasser vun Troisdorf war fott“ heisst „Das Wasser von Troisdorf war weg“ und ist eine Anspielung auf den Werbespruch „Dat Wasser vun Kölle ess jot“ – „Das Wasser von Köln ist gut“.

Premiere x 2

Der folgende  Beitrag „Faulenzen statt fietsen“ war in doppelter Hinsicht eine Premiere: Bisher haben wir (Andrea und ich) unsere Reisetagebücher „analog“ in Schreibkladden im Format DIN A 5 geführt. Auf der rechten Seite der Text, so dass links Platz blieb, um Postkarten, Fahrscheine, Fotos  oder sonstige Erinnerungsstücke hinein zu kleben. Bei „passender Gelegenheit“ möchten wir diese Berichte auch online stellen. Wann das aber sein wird, wissen wohl nur die Götter …

Der Bericht über unseren Kurzurlaub in der niederländischen Provinz Drenthe war  nun der erste, der direkt „digital“ erstellt wurde. Ob er den Weg (zurück) aufs Papier finden wird, steht noch nicht fest.

Und dann war es auch … TATAAA! – der erste Eintrag, den Andrea geschrieben hat – endlich hat  also der Untertitel des Blogs „Dies und das von Andrea und Detlef“ seine Berechtigng!

Falls sich jemand über die seltsamen Datumsangaben gewundert hat – Andrea und ich verwenden seit geraumer Zeit  wo immer möglich die althochdeutschen Wochentags- und Monatsbezeichnungen, Wir möchten damit unseren kleinen Beitrag leisten, dass dieses – wie wir finden – schöne Erbe unserer Vorfahren nicht in Vergessenheit gerät.

Detlef

Abenteuer Bahnfahrt …

Entgegen unserer ursprünglichen Planung entschlossen Andrea und ich uns Anfang April, doch die Spezialradmesse „SPEZI“ in Germersheim zu besuchen und uns auf der Rückfahrt die Ausstellung „Odin, Thor und Freyja“ im Archäologischen Museum in Frankfurt/Main anzusehen. Um möglichen Staus auf den Autobahnen zu entgehen, entschieden wir uns, mit der Bahn zu fahren.

Die Hinfahrt nach Speyer am Freitag und weiter nach Germersheim am Samstag und zurück über Mannheim nach Frankfurt klappte auch wunderbar, die Züge waren fast auf die Minute pünktlich. Doch man soll die Bahnfahrt nicht vor der Ankunft am Zielbahnhof loben …

Für die Rückfahrt hatten wir für den ICE 10 Fahrkarten mit Zugbindung und Platzreservierung gebucht. Planmässig sollte der Zug in Frankfurt/M. um 18:29 Uhr losfahren und 51 Minuten später in Siegburg ankommen. Von dort wären wir dann mit der S-Bahn bis Spich weitergefahren.

Als wir kurz vor 18:00 Uhr am Frankfurter Hbf. ankamen, liessen Zuganzeiger und Durchsagen schon Schlimmes ahnen: Einige Züge waren mit mehreren Stunden Verspätung angekündigt, andere fielen komplett aus oder fuhren verspätet ab. Grund dafür waren – wieder einmal – „Personen im Gleis“. Auch unser Zug war betroffen. Er hatte bereits bei der Abfahrt Verspätung und konnte nicht die normale Strecke befahren  und somit auch nicht in Siegburg halten.

Ersatzhalt war Bonn-Beuel, wo der ICE um 21:08 Uhr (!) ankam. Von dort sollte die RB 12582 um 21:18 Uhr nach Troisdorf fahren. Aber auch diese Regionalbahn hatte über zwanzig Minuten Verspätung, so dass wir – anstatt wie ursprünglich geplant um 19:36 Uhr  – erst zweieinhalb Stunden später, um 22:06 Uhr in Spich ankamen 🙁

Der Antrag auf Fahrgelderstattung (den die Zugbegleiterin im ICE direkt jedem Fahrgast in die Hand gedrückt hatte) war schnell ausgefüllt und abgeschickt. Knapp 14 Tage später kam die Antwort vom „Servicecenter Fahrgastrechte“: 50% des Fahrpreises von 43,50 Euro gab es zurück, dazu die Reservierungsgebühren – insgesamt 26,25 Euro. Immerhin …

Natürlich kann die Bahn nichts dafür, wenn sich ein Lebensmüder vor den Zug wirft. Dass aber in Folge die Strecken über Stunden gesperrt sind und zigtausend Fahrgäste daher ihr Ziel erst mit zwei, drei und mehr Stunden Verspätung erreichen, dafür fehlt mir schon ein bisschen das Verständnis.

Detlef

 

 

 

Salmay, Dalmay, Adomay!

„Und schon wieder einer …“ war mein erster Gedanke, als ich vom Tod Geoffrey Bayldons am 10. Mai erfuhr. Ebenso wie der kürzlich verstorbene Lukas Ammann gehörte Bayldon als tolpatschiger Zauberer Catweazle zu den Fernsehhelden meiner Jugendzeit.

Die Rolle des Magiers, dem kein Zauberspruch gelingt und der deshalb auf der Flucht vor den Normannen zweimal in der Gegenwart   (d. h. die frühen 1970er) landet, schien Bayldon auf den Leib geschrieben zu sein. Die Art, wie er schreiend vor den „stinkenden Kutschen ohne Pferde“ ( = Autos) davon lief oder den „Zauber“ des „Elektrik-Trick“ bestaunte, mit dem man „die Sonne in einer Flasche“ ( =Glühbirne) einfangen konnte, war unnachahmlich. Als er den „sprechenden Knochen“ (= Telefonhörer) entdeckt, schneidet er kurzerhand die Schnur durch, die ihn mit dem Apparat verbindet –  und wundert sich später, dass selbst sein stärkster Zauberspruch „Salmay, Dalmay, Adomay!“ Dem „Knochen“ keine Stimme mehr  entlockt …

Leider wurden damals nur zwei – mittlerweile auf DVD erhältliche – Staffeln zu je 13 Folgen gedreht. Die Frage, ob es Catweazle letztendlich gelang, in seine Zeit zurückzukehren, wird wohl für immer unbeantwortet bleiben. Wenn ihr also irgendwo eine Kröte seht, passt gut auf und seid auf der Hut -es könnte Catweazles „Vertraute“ Kühlwalda sein!

Detlef

 

Wenn aus Phantasie Wirklichkeit wird …

Letzten Freitag liess Krimiautor Carsten Henn bei seiner Lesung in Spich die Ahr über die Ufer treten – sehr zum Vergnügen seiner Zuhörer.

Keine Woche später nun ist aus der Fiktion des Schriftstellers beklemmende Wirklichkeit geworden: Die massiven Regenfälle der letzten Tage liessen die Ahr zum reissenden Strom anschwellen.

Dort, wo auf den Bildern dieses Artikels aus dem Kölner Stadt-Anzeiger die Wassermassen durch den Ort tosen, befindet sich bei normalem Pegel die Fahrstrasse bzw. der Parkplatz gegenüber der Winzergenossenschaft – Herr Henn hätte es sich nicht besser ausdenken können …

Detlef

Ein Stück Normalität

Als ich im Frühjahr 2008 in die frühere Wohnung meiner Eltern in Spich einzog, hatte ich (ausser einigen Ivar-Regalen und zwei Matratzen) praktisch nichts an „Hausrat“ – der befand sich in Wesseling und war somit für mich unerreichbar …

Zum Kochen überliess mir meine damals-noch-nicht-Frau 😉 daher eine Kombination aus zwei Kochplatten, Backofen und Mikrowellenherd von Siemens. Auf der Rückseite dieses aus den 80er Jahren stammenden Gerätes prangte noch das „Prüfhörnchen“ der Deutschen Bundespost! Es ist heute kaum noch vorstellbar, aber damals musste man Mikrowellenherde bei der Post anmelden, da es sich um eine „Sendeeinrichtung“ handelte!

Im Lauf der Jahre haben Andrea und ich (mittlerweile verheiratet) so manch schmackhaftes Gericht auf den beiden Platten „gezaubert“ und viele leckere Kuchen im Ofen des Geräts gebacken. Ab und an kam zwar der Wunsch nach einem „richtigen“ Herd auf, aber wie das  mit Provisorien ist: Sie bleiben häufig viel länger als geplant – so auch unser Herd.

Anfang April jedoch begann die Mikrowelle beunruhigende Geräusche zu machen und so war klar, dass es nun doch Zeit war, sich nach einem „grossen“ Herd umzusehen.

Bei „Habuzin„, einem in Porz seit Jahrzehnten ansässigen Elektrohandel wurden wir schnell fündig: Wieder ein Siemens (HC 744240) mit vier Kochfeldern, versenkbaren Drehreglern 🙂 und grossem Backofen.

HerdAm 20. April wurde er geliefert und angeschlossen. Vom „Alten“ machte ich noch schnell ein paar Fotos, dann nahmen ihn die Habuzzin-Techniker zur Entsorgung mit – über dreissig Jahre hat er treue Dienste geleistet …

Mittlerweile haben wir uns an den „Neuen“ gewöhnt, wissen den Luxus von vier Kochplatten und der schnelleren Hitzeentwicklung zu schätzen und nutzen ihn fleissig zum Kochen und Backen 🙂

Für mich persönlich ist mit diesem Herd ein weiteres Stück Normalität in mein Leben eingekehrt, das vor acht Jahren urplötzlich aus den Fugen geriet und in dem danach nichts mehr wie vorher war.

Detlef

Von der Sehnsucht nach Walhall

So wie der Christ darauf hofft, nach seinem Ableben in den Himmel (wie die Bibel ihn beschreibt) zu kommen, strebt(e) der germanische bzw. nordische Heide an, nach seinem Tod in Walhall einzuziehen. Dies setzt jedoch voraus, im Kampf gegen einen zumindest ebenbürtigen Gegner zu fallen.

Auch Björn, ein in Ehren ergrauter Nordmann, möchte gerne auf dem Schlachtfeld sterben, um dann nach Walhall zu kommen, wo ihn Walküren, Met, Wildbret und Raufereien mit den anderen Gefallenen erwarten.

Doch egal, was er auch anstellt, stets segnet sein Kontrahent vor ihm das Zeitliche und so muss Björn weiter durch Midgard (die Erde der Menschen) ziehen, immer auf der Suche nach neuen Gegnern …

Erst als er christlichen Nonnen gegen einen Riesen beisteht, der ihre Kirche verwüstet, scheint sich das Blatt zu wenden: Der Krieger wird tödlich verwundet. Doch dann erweist sich die Dankbarkeit der Nonnen für Björn als Fluch …

Der Animationsfilm „The Saga of Björn“ erzählt diese Geschichte augenzwinkernd und mit einem überraschenden Ende – Ich habe Tränen gelacht, als ich ihn das erste Mal gesehen habe 😀

Detlef

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