Meinen ersten Kontakt mit dem Betriebssystem „Linux“ hatte ich im Frühjahr 1995 mit der S.u.S.E.-Distribution „4/95″, bestehend aus vier CD und einer 3,5“ Startdiskette sowie einem Booklet mit Installationshinweisen.

Da ich sowohl unter DOS als auch unter Windows zahlreiche Free– und Shareware-Programme nutzte, war mir die Idee der Open Source Software, die Linux zugrunde lag,  auf Anhieb sympathisch. Allerdings war das von Linus Torvalds entwickelte Betriebssystem damals eher etwas für Leute, die Freude daran hatten, sich durch seitenlange Konfigurationsdateien zu hangeln. Und auch die Hardwareunterstützung war teilweise eher Glücksache – oder das Ergebnis tagelanger „Frickelei“ an  Treibern, die nicht vom Hersteller, sondern von Linux-Begeisterten geschrieben und zur Verfügung gestellt wurden …

So installierte ich zwar immer wieder mal die eine oder andere Linux-Distribution (Knoppix, Corel-Linux, icepack, SuSE) zum Testen. Stets „hakte“ es jedoch irgendwo, so dass ich zur „Arbeit“ nach wie vor Windows nutzte. Der letzte Versuch mit XUbuntu 10.04.2 („Lucid Lynx“) auf meinem Medion Netbook Akoya E1212 war fast erfolgreich – allerdings war mit dem von NetCologne zur Verfügung gestellten Router keine Verbindung ins Internet möglich. Selbst das geballte Wissen der Troisdorfer Linux User Group war nicht in der Lage, dieses Problem zu lösen 🙁

Nachdem spätere Versionen von Linux den Router jedoch problemlos erkannten, gab es eigentlich keinen triftigen Grund mehr, NICHT auf das Betriebssystem mit Tux dem Pinguin als Logo und Maskottchen umzusteigen. Die Tatsache, dass Microsoft den Support für das auf dem Netbook installierte Windows XP schon im April 2014 eingestellt hatte, war ein zusätzliches Argument für Linux. Denn Windows 10 wollte ich auf keinen Fall, auch wenn es kostenlos angeboten wurde.

Praktischerweise kaufte meine Älteste sich ein iPad als Ersatz für ihren Compaq Desktop-PC und „vermachte“ mir diesen quasi als Geburtstagsgeschenk.  Ich entschloss mich daher, Linux auf diesem Rechner zu installieren. Ich entschied mich für Linux Mint 17.3 („Rosa“) als Distribution mit dem ressourcenschonenden LXDE als Desktop.

Die Installation klappte reibungslos, selbst der  fast 25 (!) Jahre alte HP4L Laserjet wurde problemlos erkannt. Und auch die Verbindung ins Internet ging reibungslos vonstatten (mittlerweile allerdings mit einer Fritz!Box 7490).

Browser (Firefox), E-Mail-Programm (Thunderbird) und das von mir verwendete Office-Paket von SoftMaker gibt es auch unter Linux. Als Ersatz für „PaintShop Pro“ bietet sich Gimp an, statt ACDSee kommt jetzt XnView zum Einsatz.

Scribus“ ersetzt das unter Windows eingesetzte DTP-Programm „Pressworks“. Wobei letzteres leider ein properitäres Dateiformat verwendet, so dass eine einfache Übernahme nach Scribus leider nicht möglich ist. „Xojo“ bietet eine zu VisualBASIC 6 kompatible Programmiersprache, mit der Anwendungen für Linux, Windows und MacOS erzeugt werden können.

Bleiben  einige Spezialfälle, für die es gilt, adäquate Linux-Programme zu finden (z. B. „MyPhoneExplorer“ zur Synchronisation zwischen Handy und Outlook (bzw. dem Linux-Pendant „Evolution“) oder aber, sie unter Wine bzw. in einer virtuellen Maschine ans Laufen zu bekommen – ich bin mal gespannt …

Detlef