Monat: März 2015

Die „Puhdys“ auf Abschiedstour

Obwohl ich kein „Ostgewächs“ bin, gehören die Puhdys irgendwie zu meiner Jugend dazu. Seit sie das erste Mal hörte – 1977 spielten sie im mittlerweile legendären „Musikladen“ u. a. „Wenn ein Mensch lange Zeit lebt“ und „Geh zu ihr“ – war ich Puhdys-Fan.

Neben den „Westpressungen“ der Puhdys-LP von „Hansa Records“ bekam Saturn am Kölner Hansaring (damals gab es nur diesen einen) immer wieder auch mal LPs vom damaligen DDR-Label „AMIGA“ herein, so auch „Rock’n’Roll Music“, auf dem die Puhdys englische Lieder „coverten“.

In den frühen 80ern war ich mehrmals in Berlin und besuchte mit „Tagesvisum“ – Zwangsumtausch von 25 DM in „Mark der DDR“ inklusive) – auch die „Hauptstadt der DDR“. Stets führte mich mein Weg dann zum „Centrum-Kaufhaus“ am Alexanderplatz (heute eine Kaufhof-Filiale). Dort war die Chance recht gross, die jeweils neue LP der Puhdys zum Preis von 16,10 M zu bekommen.

Als dann nach der „Wende“ die Puhdys auch häufiger im „Westen“ auftraten, war zwar der Wunsch da, sie endlich mal „live“ zu erleben, aber irgendwie schob ich das dann doch immer wieder auf – bis dann letztes Jahr die Ankündigung kam, dass die folgende Tournee definitiv die letzte sein sollte! Also schnell geguckt, ob es in der Nähe einen Auftritt geben würde – Bingo: 25. März im Euskirchener Theater.

Das war zu Beginn des Konzerts rappelvoll, wobei das Durchschnittsalter der Besucher über 50 lag – Fans, die mit den Puhdys alt geworden sind. Auch so manchen Ostdialekt hörte man.

Von Anfang an brachten die Puhdys den Saal zum Kochen – dass drei der Bandmitglieder schon über siebzig sind, merkte man nicht. Im Gegenteil, mit ihrer Show und ihrem Elan lassen  sie manch jüngere Band „alt“ aussehen …

Neben „Klassikern“ wie „Wenn ein Mensch lange Zeit lebt“ oder „Alt wie ein Baum“ spielten sie auch Stücke aus dem letzten Album „Es war schön“, die Hymne an den Berliner Eishockeyclub „Eisbären“ und ihre – deutschsprachige – Version von „Hiroshima“. Zum Titel „Das Buch“, in dem es darum geht, dass die Menscheit in einem Atomkrieg vernichtet wird, erklärte „Maschine“ Birr mit einem Augenzwinkern, dass sie dieses Lied „damals“ im Palast der Republik gespielt hätten und meinte dazu „… den Palast gibt’s nicht mehr, wir spielen immer noch und das Lied ist immer noch aktuell“ …

Und natürlich fehlte aus das selbstironische „Rockerrente“ nicht. Nach über zwanzig Stücken in ca. zwei Stunden (plus Pause) entliessen die Ostrocker ihr Publikum nach Hause. Uns hat’s super gefallen!

Detlef

Radeln nach Zahlen

Ich mache sehr früh Feierabend, um das herrliche Wetter für eine kleine Radtour zu nutzen. In den letzten Monaten sind überall im Rhein-Sieg-Kreis Schilder für das neue Knotenpunkt-System aufgestellt worden – angelehnt an die niederländischen „Knooppunten“, die Andrea und ich in den letzten beiden Jahren kennen und schätzen gelernt haben.

Mich interessiert, wie gut man sich an den Knotenpunktschildern orientieren kann. Zuhause angekommen nehme ich die erst vor ein paar Tagen neu gekaufte Radkarte zur Hand, die bereits die Knotenpunkte enthält und notiere mir die entsprechenden Ziffern.

Dann geht’s los: Am Ende der Brückenstrasse befindet sich der Knotenpunkt 23 mit (leider schon beschmierter) Übersichtskarte. Ich folge von dort dem Hinweis zum Knotenpunkt 22 durch das Spicher Wäldchen. An der Querung zur Waldstrasse komme ich das erste Mal ins Grübeln: Kein Hinweis, in welche Richtung es zum nächsten Knotenpunkt geht.

Würde ich mich in der Gegend nicht auskennen, würde ich jetzt womöglich geradeaus weiter der ehemaligen Kleinbahntrasse folgen – und unweigerlich in die Irre fahren, denn nur ein kleines Radwegeschild weist den -richtigen – Weg nach rechts in die Waldstrasse. Eine Situation, die sich im Lauf der Tour noch mehrmals wiederholen wird!

Über die Hauptstrasse hinweg fahrre ich in die Kochenholzstrasse, am S-Bahnhof vorbei und stehe wieder vor der Entscheidung, der Niederkasseler Strasse weiter zu folgen (falsch) oder halblinks Richtung Friedhof zu fahren (richtig). Nach der Überquerung der Autobahn wieder nur ein kleines Radschildchen nach links, kein Hinweis auf den nächsten Knotenpunkt …

Hinter den Golfplätzen steht plötzlich ein Pferd auf dem Weg, darauf ein kleines Mädchen, daneben zwei junge Damen, die das Halfter halten. Ich frage mich, wer unsicherer ist – das Pferd oder das Mädel darauf, während ich langsam vorbeifahre, um den Vierbeiner nicht zu erschrecken …

Ich erreiche den Knotenpunkt 22, komme an Clostermanns Hof vorbei und durch Uckendorf auf freies Feld. Hier dann wieder ein unscheinbares Hinweisschildchen, das nach links zum Radweg Richtung Lülsdorf und Rhein weist.

Oberhalb des Uferwegs halte ich an, um mich zu orientieren, da die Ausschilderung auch an dieser Stelle suboptimal ist. Plötzlich höre ich hinter mir, wie „Uprights“ näherkommen und die Fahrer sich über mein Trike unterhalten: „… also für mich ist das kein Fahrrad ….“, „… sieht man ja gar nicht ….“ (klar, ich sitze höher als mancher Sportwagenfahrer) , „… der hat zwar so’n Fähnchen, aber nee … (wer dieses Fähnchen von Bikeflags übersieht, sollte dringend zum Augenarzt!)“ … und fort waren sie. Ist auch gut so. Ich mag keine Leute, die über Dinge reden, die sie nicht sehen 😛

Etwa fünf Minuten später am Rheinufer dann ein entschieden kompetenterer Kommentar: Eine Familie mit Knirps (ca. drei Jahre) und freilaufender schwarzer Katze auf dem Weg. Ich verlangsame, frage die Mutter, ob mir die Katze jetzt Glück oder Unglück bringt. Sie lacht und Sohnemann zeigt auf mein Anthrotech: „Fahrrad im Liegen“ (Respekt, der Bub hat’s drauf). Papi meinte dann noch „Sieht bequem aus“ – was ich nur bestätigen konnte.

Ich radle weiter am Rheinufer bzw. auf dem Rheindeich entlang, widerstehe der Versuchung, in Rheidt eine Pause im Eiscafé zu machen, erreiche das Fischereimuseum in Troisdorf-Bergheim komme zur Gaststätte „Siegfähre“, in deren Nähe der Knotenpunkt 83 liegt.

Von dort erreiche ich den Siegdamm und später den Sieguferweg, dem ich bis zum Knotenpunkt 29 folge. Weiter am Ufer der Agger entlang bis zum 25 in der Nähe des AGGUA-Bads.

Hier beende ich nach ca. dreissig Kilometern mein Knotenpunktexperiment und fahre nach Hause.

Fazit: Gut gemeint aber noch nicht optimal umgesetzt! Viel zu wenige Hinweisschilder, teilweise zu grosse Abstände zwischen den einzelnen Knotenpunkten und fehlende Übersichtskarten an den Knotenpunkten. Um das Niveau des Systems in den Niederlanden zu erreichen, muss noch einiges getan werden.

Wer die Strecke nachfahren möchte, hier die Aufzählung der Knotenpunkte:

23 – 22 – 19 – 15 – 83 – 30 – 29 – 25

Und hier der Track im gpx-Format als ZIP-Datei.

Informationen zum Knotenpunktsystem im Rheinland:
http://www.radregionrheinland.de/knotenpunktsystem/

Detlef

 

Nabucco ist kein Frischkäse

Wer mich etwas näher kennt, der weiss, dass ich noch nie zwischen E- (ernster = Klassik) und U-Musik (Unterhaltung = Pop, Rock, …) unterschieden habe. Ich bin für (fast) alle Musikrichtungen und -stile offen, höre die Beatles genauso gerne wie Bach.

So war ich durchaus davon angetan, als meine Frau mir die Vorankündigung einer Aufführung von „Nabucco“ Anfang März zeigte – im Kölner E-Werk, wo ja sonst eher Rock- und Popstars auftreten. Allerdings waren Andrea die Kartenpreise etwas zu hoch – somit hatte ich ein perfektes Geschenk für ihren Geburtstag am 19. Februar … 😉 und so machten wir uns am 2. März bei leider feuchtkaltem Wetter auf den Weg zum E-Werk.

Nabucco

Auch wenn wir nicht viel verstanden haben („Nabucco“ wird nun einmal traditionell in italienisch gesungen), hat uns die Aufführung gut gefallen. Zum Glück gibt es ja die Wikipedia, wo die Handlung  ausführlich erklärt wird. Wer mag, kann hier nachlesen.

Alles in allem schöner Abend.

Detlef