Ein Wein, älter als die deutsche Wiedervereinigung

„Zu einem guten Essen gehört auch ein guter Wein!“. Diese Aussage können Andrea und ich voll und ganz unterschreiben – und so stehen denn auch an einer Wand unseres Kellers Regale, die gut gefüllt sind mit Flaschen voller „Traubensaft“ 😉

Im Lauf der letzten Jahre haben sich einige Winzer bzw. Genossenschaften herauskristallisiert, bei denen wir etwa 95% unseres Bedarfs decken.

Da wäre zunächst einmal (naheliegend, auch geografisch) das Ahrtal und hier insbesondere das Weinhaus Langen in Altenahr, ein Privatwinzer, der in seinem Ladenlokal ein grosses Angebot an Weinen aus eigenen Lagen anbietet, darüber hinaus aber auch ausgesuchte Weine der Winzergenossenschaft führt.

Dann die Winzergenossenschaft Weinbiet in Neustadt an der Weinstrasse, deren Weine – z. B. die „Gimmeldinger Meeresspinne“ wir im Jugendgästehaus Speyer schätzen gelernt haben -„Danke, Attila!“.

Jetzt geht es nach Luxemburg; dort hat es uns der „Roude“ von  Vins Moselle ebenso angetan wie der Crémant – von der Sonderedition anlässlich der Hochzeit des Erb-Grossherzogs Guillaume und seiner Stephanie 2012 haben wir noch zwei oder drei Flaschen 🙂

Und schliesslich wäre das Weingut Fenouillet in Südfrankreich zu erwähnen, das Toni Schuler, ein Mitglied der Schweizer Weinhändlerfamilie Schuler vor fast zwanzig Jahren rekultiviert hat. Heute bietet er eine reiche Palette an Weiss-, Rot- und Roséweinen ausschliesslich im Direktvertrieb an. Dazu einen Likörwein („Carthagéne“) sowie Produkte befreundeter Nachbarn, z. B. Honig.

Darüber hinaus stehen einige Kisten mit Einzelflaschen im Keller. Dort findet sich dann manchmal ein Wein wieder, den man schon längst nicht mehr „auf dem Radar“ hatte. So wieder einmal geschehen vor ein paar Tagen.

Da fiel mir bei der Suche nach einem besonderen Roten eine Flasche „Mayschosser Mönchberg Kabinett“ der Winzergenossenschaft Mayschoss-Altenahr in die Hände. Ein Spätburgunder Jahrgang … 1988!

Nach dem Öffnen der Flasche haben wir dem Wein ein wenig Zeit zum „Atmen“ gegeben. Natürlich war die Farbe nicht mehr  tiefrot, sie erinnerte eher an einen Sherry, der Geschmack hatte eindeutig Madeira-Noten. Dennoch schmeckte der Wein erstaunlich gut – immerhin wurden die Trauben zu einer Zeit gekeltert, als Erich Honecker noch fest im Sattel sass und kaum ein westdeutscher Politiker wirklich an eine Wiedervereinigung glaubte …

Am nächsten Tag zeigte der Wein dann doch geschmackliche Einbussen und am dritten Tag „kippte“ er dann endgültig – da war dann aber auch schon nicht mehr all zuviel in der Flasche drin 🙂

Detlef

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